Organtransplantation

11.500 Menschen warten auf ein neues Organ

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Zahlen und Hintergründe

Die Organtransplantation ist in Deutschland ein etabliertes Behandlungsverfahren. Seit der ersten Organübertragung im Jahr 1963 wurden über 79.000 Transplantate verpflanzt. Über 54.000 davon waren Nieren. Weiterhin werden Lebern, Herzen, Lungen, Pankreata und Dünndärme und Gewebe übertragen.

Nicht alle Patientinnen und Patienten, die dringend auf ein neues Organ warten, können transplantiert werden. Derzeit stehen in Deutschland circa 11.500 Menschen auf der Warteliste für eine Transplantation. Im Jahr 2006 konnten etwa 4.000 Transplantationen durchgeführt werden. Jährlich sterben etwa 1000 Menschen, weil für sie nicht rechtzeitig ein lebensnotwendiges Organ zur Verfügung steht.


Voraussetzungen für eine Organspende

Das im Jahr 1997 verabschiedete Transplantationsgesetz schreibt fest, unter welchen Bedingungen einem Verstorbenen Organe für die Transplantation entnommen werden können. Voraussetzung ist die Feststellung des Hirntodes sowie die Einwilligung zur Organentnahme.

Als Hirntod wird der Zustand der irreversibel erloschenen Funktionen des gesamten Gehirns, also des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms, bezeichnet. Dabei wird durch Beatmung und Medikamente Herz- und Kreislauffunktion des Verstorbenen künstlich aufrechterhalten. Das Gehirn ist übergeordnetes Steuerorgan aller elementaren Lebensvorgänge. Mit seinem Tod ist auch der Mensch in seiner Ganzheit gestorben. Der Hirntod des Organspenders muss von zwei dafür qualifizierten Ärzten unabhängig voneinander festgestellt werden.

Für die Einwilligung zur Organspende sieht das Transplantationsgesetz die so genannte „Erweiterte Zustimmungslösung“ vor: Sofern der Verstorbene zu Lebzeiten schriftlich oder mündlich seine Entscheidung zur Organspende festgelegt hat, gilt dieser Wille. Ist er nicht bekannt, werden die Angehörigen nach dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen gefragt.


Ablauf einer Organspende

Falls in einem Krankenhaus die Möglichkeit für eine Organspende besteht, benachrichtigt das Krankenhaus die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO). Die DSO ist die bundesweite Koordinierungsstelle für die Vorbereitung und Durchführung der Organspende von der Feststellung des Hirntodes bis hin zur Organentnahme und zum Transport in das entsprechende Transplantationszentrum.

Die Vermittlung der Organe übernimmt Eurotransplant (ET) in Leiden, Niederlande. ET ermittelt die passenden Empfänger nach den Richtlinien der Bundesärztekammer. Stehen die Empfänger fest, so organisiert die DSO den Transport zu den Transplantationszentren, in denen die Empfänger auf ihr neues Organ warten.


Informationen zur Organspende

Organspendeausweise und Informationsmaterialien erhalten alle Interessierten beim Infotelefon Organspende. Das Infotelefon Organspende ist eine gemeinsame Einrichtung der DSO und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Unter der gebührenfreien Rufnummer 0800-90 40 400 stehen hier montags bis donnerstags von 9 bis 18 Uhr und freitags von 9 bis 16 Uhr Expertinnen für Fragen bereit.

Im Organspendeausweis kann man seine Entscheidung zur Organspende dokumentieren. Zusätzlich empfiehlt es sich, seine Entscheidung auch in der Familie zu bekannt zu geben, so dass im Falle des Todes die nächsten Angehörigen den Willen des Verstorbenen kennen.


Im Internet sind Informationen zur Organspende auf den Internetseiten der DSO und der BZgA zu finden:

 www.dso.de
www.organspendeinfo.de

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