Nachtvorlesung in Alzey vom 23.07.14 – Rund ums Knie

Autor: Allgemeine Zeitung Alzey, Carina Schmidt

Schmerzende Knie sind für viele Menschen ein Problem. Das zeigte sich wieder bei der Nachtvorlesung zum Thema „Rund ums Knie“, zu der das Gesundheitsnetz Alzey und Umgebung gemeinsam mit der Allgemeinen Zeitung ins DRK Krankenhaus eingeladen hatte. Zehn Minuten vor Beginn ging gar nichts mehr: Trotz zusätzlich herbeigeholter Stühle standen immer noch zahlreiche Interessenten vor den Türen des Konferenzraums und fanden keinen Platz. Moderator Dr. Günter Gerhardt blieb nichts anderes übrig, als sie auf eine zusätzliche Veranstaltung zu vertrösten. Die wird Mittwoch, 20. August, um 19 Uhr im gleichen Raum stattfinden.
„Bewegung und Normalgewicht sind das beste Mittel gegen einen Verschleiß der großen Gelenke.“ Mit dieser These macht sich der Orthopäde Professor Dr. Jan-Dirk Rompe nach eigener Aussage in seiner Praxis im Gesundheitszentrum Alzey nicht nur Freunde. Dabei sei erwiesen, dass man eine Kniegelenksarthrose durch diese Maßnahmen lange Zeit hinausschieben könne.
Die früher häufig propagierte Behandlung mit Cortison-Spritzen direkt ins Gelenk bringe nur für etwa eine Woche Erleichterung und auch die Einnahme von Schmerzmitteln zur Rheumabehandlung seien keine Lösung. Empfehlenswert sind nach seinen Worten lediglich lokal aufzubringende Schmerzsalben, die gut ins Knie eindringen können.
Ist der Knorpel erst einmal verschlissen, scheuert Knochen auf Knochen, und dann lässt sich der Schmerz mit einer konservativen Behandlung nicht mehr in den Griff bekommen. Einzige Alternative sei der Einsatz einer Kniegelenksprothese. Professor Rompe warnte aber vor allzu hohen Erwartungen: „Wir können Ihnen trotz sorgfältiger Arbeit nicht garantieren, dass Sie anschließend schmerzfrei sind.“
Nur rund 60 Prozent aller operierter Patienten erzielten ein sehr gutes oder gutes Ergebnis. „40 Prozent hatten weiterhin Schmerzen im operierten Knie und 20 Prozent sind richtig unzufrieden.“ Außerdem könne es nach der OP zu Komplikationen wie der Infektion mit Krankenhauskeimen oder einer Lockerung der Prothese kommen, die normalerweise eine Lebensdauer von zehn bis 15 Jahren habe.
Eine andere Behandlungsmethode für schmerzende Knie ist eine Arthroskopie oder Spiegelung, die der Oberarzt der Chirurgie im DRK Krankenhaus, Dr. Ullrich Schiffer, vorstellte. Dabei handelt es sich um eine minimalinvasive Operation, die zur Behebung von Schäden an Knorpel, Meniscus und Bändern vorgenommen wird. Bei schweren Abnutzungserscheinungen im Gelenk sei ein solcher Eingriff allerdings nicht möglich. Dr. Schiffer räumte mit der weitverbreiteten Ansicht auf, man könne „mal eben schnell“ das Knie spiegeln oder spülen lassen. „Die Arthroskopie wird in den meisten Fällen ambulant vorgenommen. Aber es handelt sich um eine regelrechte Operation mit Narkose“.
Nicht zu unterschätzen sei die Regenerationszeit etwa nach einem Kreuzbandriss: „Ein Jahr Schonung sollten Sie schon einplanen“. Der Allgemein- und Sportmediziner Dr. Holger Suffel verwies darauf, dass Schmerzen im Knie nicht nur durch Abnutzung, sondern auch durch Muskelprobleme entstehen können.
Er empfahl den Zuhörern genau wie seine Vorredner, sich regelmäßig zu bewegen, um die Muskeln zu trainieren und die Gelenke intakt zu halten. Im fortgeschrittenen Alter seien Wandern, Schwimmen und Radfahren die Sportarten der Wahl.

Siehe bitte auch Internetseite der Allgemeinen Zeitung: http://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/alzey/alzey/rund-ums-knie-nachtvorlesung-in-alzey_14366801.htm

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