Phantomschmerz

Von einem Phantomschmerz spricht man, wenn ein Patient in einem amputierten Gliedmaß (etwa Arm oder Bein) immer noch Schmerzen empfindet. Diese Schmerzen können nicht selten ungeahnte Ausmaße annehmen und für die Betroffenen unerträglich werden. Das Phänomen des Phantomschmerzes ist allerdings noch nicht zweifelsfrei geklärt. Bislang wird angenommen, dass psychische sowie auch körperliche Faktoren eine Rolle spielen. Was die Psyche betrifft, kann es beispielsweise problematisch werden, wenn der Betroffene sich nicht von seinem alten Körperbild verabschieden kann und die Amputation nicht annimmt. Ansonsten geht man davon aus, dass der Phantomschmerz durch das körpereigene „Schmerzgedächtnis“ ausgelöst wird. Denn die Nervenfasern, die für die Schmerzempfindung im entsprechenden Körperteil verantwortlich waren, sind im Rückenmark noch vorhanden. Durch verschiedene Reize können sie aktiviert werden, was das Gehirn gegebenenfalls als „Schmerz“ interpretiert. Die Behandlung gestaltet sich oft schwierig; manchmal helfen Schmerzmittel, aber auch Betablocker und Antidepressiva (stimmungsaufhellende Mittel).

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