Schweinegrippe 2009

Gesundheitsamt und Alzeyer Krankenhäuser für den „Fall der Fälle“ gut gerüstet

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Nein, das Virus vom Typ A/H1N1 wird nicht beim Verzehr von Schweinefleisch übertragen. Wir brauchen also auf einen Sonntagsbraten nicht zu verzichten. Auch ist der Begriff „Schweinegrippe“ irreführend; die armen Tieren können gar nichts dafür; sie wurden nämlich – ganz im Gegenteil – 1930 in den USA durch den Menschen angesteckt. Das Schwein spielt in der Tat eine tragische Rolle, da es überaus empfänglich für alle möglichen Subtypen des Influenzavirus ist und das Virus sich ständig neu kombiniert. Die ungenügende Information führte gar in Ägypten dazu, dass 300.000 der eigentlich unschuldigen Tiere getötet und Schweineställe angesteckt wurden. Bei einem Pressegespräch mit dem stellvertretenden Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Sell, Dr. Schirmer, Dr. Birkel vom Dialysezentrum Alzey, dem Leiter der Notarztzentrale im Kreis, Dr. Rohr, dem ärztlichen Leiter des DRK-Krankenhauses, Dr. von Blohn und dem stellvertretenden ärztlichen Direktor der Rheinhessen-Fachklinik, Dr. Keller, wurden einige Falschinformationen zum Thema „Mexikogrippe“ aufgeklärt.

Allgemein bestand die Ansicht, dass es absolut keinen Grund zur Panik geben müsse. Im Kreis Alzey-Worms gäbe es bisher keine Fälle. Insgesamt gibt es 4.713 bestätigte Erkrankungen, wovon weltweit 53 Menschen verstorben sind. Als viel gefährlicher sei die alljährliche „normale“ Influenza anzusehen, der jedes Jahr einige hundert bis tausend Menschen zum Opfer fielen, meinte Dr. Schirmer vom Gesundheitsamt. Es ist bisher nicht nachgewiesen, ob der saisonale H1N1-Impfstoff gegen das neue Virus schützt; dennoch rieten die Ärzte gefährdeten Personen, sich jedes Jahr impfen zu lassen. In der Rheinhessen-Fachklinik und dem DRK-Krankenhaus ist für einen als unwahrscheinlich anzunehmenden Fall der Ausweitung der Pandemie bestens vorgesorgt. „Einsatzpläne, Isolationsstandards sind vorbereitet, sowie Isolationsstationen, Isolierungsmaßnahmen und Atemschutzmasken“, meinte Dr. Keller von der RFK. Für den Fall der Fälle verfügten die Apotheken im Kreis über genügend Virostatika und Antibiotika. Der Leiter der Notarztzentrale im Kreis Alzey-Worms, Dr. Rohr, bestätigte, dass auch in kleineren Praxen interne Pandemiepläne erarbeitet würden. Symptome und Inkubationszeit der „Mexikogrippe“ sind schwer von den der „normalen“ Influenza zu unterscheiden. In Verdachtsfällen wird geraten, den Arzt aufzusuchen und auf keinen Fall einfach Mittel im Internet zu bestellen. Generelle Vorsichtsmaßnahmen wie das ausgiebige Händewaschen, sollten natürlich selbstverständlich sein. Dr. Birkel vom Dialysezentrum in Alzey wies darauf hin, dass es Vorteil gäbe, dass jeder jetzt hellhörig geworden sei, ein Anlass, um auf das, was wir jedes Jahr als „normale“ Influenza hätten, hinzuweisen und dem „Abstumpfungseffekt“ entgegen zu wirken.

Essenz des Pressegespräches: Absolut kein Grund zur Panik in der Bevölkerung! Wer sich weiter informieren möchte, kann dies unter www.kreis-alzey-worms.de
tun. Dort ist zum Thema auf der Homepage ein Bürgertelefon eingerichtet. Auch das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium hat eine Hotline zur „neuen Influenza“ („Schweinegrippe“) eingerichtet: Tel. 06131/165200.

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