Rücken

Das Kreuz mit dem Kreuz

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Unser Rücken ist nicht nur unser stärkster sondern auch unser sensibelster Bereich. Jede Art von inneren Spannungen lässt sich auf Dauer am Rücken erkennen, ebenso wie Erkrankungen innerer Organe. Kein Wunder, dass so viele Menschen Rückenschmerzen haben und über das „Kreuz mit dem Kreuz“ klagen.

Als Rücken bezeichnet man den Bereich, der sich zwischen Kopf und Becken befindet. Die Achse des Rückens bildet die Wirbelsäule. Sie besteht aus insgesamt 33 bis 34 einzelnen Wirbelkörpern und ist auf eine für den Menschen typische Weise doppelt s-förmig gekrümmt. So stellt die Wirbelsäule eine Art beweglichen Stab dar: Sie richtet einerseits den Menschen auf, ist aber andererseits auch biegsam und elastisch gefedert. Und zusätzlich hat sie durch diese Eigenschaften dem Rücken zu seinem Namen verholfen, denn er bedeutete ursprünglich „Krümmung“. Erst daraus hat sich dann die Bedeutung von rückwärts, also nach hinten gerichtet, entwickelt.

Neben der Wirbelsäule gehört auch die Muskulatur zum Rücken. Sie besteht aus dem trapezförmigen Muskel, der oben am Schädel befestigt ist (am Hinterhauptbein), den Schultergürtel umschließt und dann spitz in den Kreuzbeinbereich der Wirbelsäule mündet. Dies ist die Muskulatur, die Männer gerne auftrainieren, um ein maskulines „breites Kreuz“, also einen starken Schulter-Nacken-Bereich zu bekommen. Unter den Armen setzt der breite Rückenmuskel an, der große Teile des Rückens bedeckt. Aber die eigentliche Rückenmuskulatur liegt darunter: Es sind die Rückenstrecker. Sie laufen in zwei großen Strängen beidseits der Wirbelsäule vom Hals bis zum Becken herunter. Sie gilt es zu stärken, will man Rückenschmerzen vorbeugen. Denn die Rückenstrecker unterstützen die Wirbelsäule beim Abfedern von Kräften und schonen sie dadurch. Außerdem helfen sie, die einzelnen Wirbelkörper zu stabilisieren. Heutzutage geht man davon aus, dass abweichende Wirbelkörper, die nicht in Reih und Glied stehen, Ursache vieler Rückenschmerzen sind. Wenn die Rückenschmerzen schon länger als sechs Monate bestehen, wird daher der Besuch eines Fitnessstudios empfohlen, um die Rückenstrecker zu stärken. Allerdings sollten dort medizinisch brauchbare Kraftmaschinen stehen, wie z. B. die MedX-Geräte.

Zwischen den Muskelschichten und den obersten Hautschicht liegt im Rücken noch etwas Interessantes verborgen: Es sind Zonen in der Haut, die bei Erkrankungen innerer Organe schmerzhaft und überempfindlich reagieren. Diese so genannten Headschen Zonen (benannt nach ihrem Entdecker Henry Head, einen Neurologen aus London, 1861-1940), kommen dadurch zustande, dass in der Wirbelsäule alle Nerven des ganzen Körpers zusammenlaufen. Dazu gehören beispielsweise diejenigen, welche die Organe versorgen, und auch diejenigen, die für die Empfindungsfähigkeit der Haut zuständig sind. Dabei kommt es zu Koppelungen. Also landen Signale der Organe, die für das Gehirn bestimmt sind, auch bei den sensiblen Hautnerven des Rückens. Dies macht sich durch Schwellungen, Einziehungen und Verbackungen des Bindegewebes bemerkbar. Weil jede von diesen Headschen Zonen einem Organbereich zugeordnet werden kann, können Therapeuten auf diese Weise Hinweise auf Organstörungen erhalten und sie zur Therapie nutzen.

Aber auch wenn wir unter inneren Konflikten, Niedergeschlagenheit oder unbewältigtem Stress leiden, ist dies am Rücken feststellbar. Denn in solchen Situationen verkrampfen wir unwillkürlich unsere Körperhaltung und damit auch die Muskeln. Dadurch wird die Muskeldurchblutung gestört, was die Muskeln weiter verhärtet, bis sie schmerzen. Tut man nichts dagegen, verselbstständigt sich der Schmerz und hält auch an, wenn die inneren Konflikte schon längst wieder bewältigt sind. Das ist dann der chronische Muskelschmerz. Das ist ein weiterer Grund, warum Sie sich bei Rückenschmerzen bewegen sollten. So werden nämlich die Muskeln wieder durchblutet und die Verkrampfung abgebaut.

Eine tolle Sportart, die den Rücken stark macht und gleichzeitig die Gelenke schont, ist übrigens das Trampolin-Springen. Die Muskeln profitieren durch das nötige Ausbalancieren, so erhält man außerdem eine aufrechte Wirbelsäule. Außerdem ist Trampolinspringen gelenkschonender als etwa Joggen. Es gibt kleine Zimmertrampolins zu kaufen, sodass Sie dieses Training jeden Tag durchführen können.


Krankheiten

Muskel- und Bänderzerrung: mit die häufigste Ursache von Rückenschmerzen, entsteht durch ungewöhnliche Bewegungen oder schweres Heben, bei schlecht ausgebildeter Rückenmuskulatur.

Bandscheibenvorfall: Die zähe Hülle einer Bandscheibe reißt an einer brüchigen Stelle auf und der weiche Kern wölbt sich nach außen. Wird häufig als Ursache von Rückenschmerzen angesehen, ist aber nur zu 2 Prozent dafür verantwortlich.

Morbus Scheuermann: Wachstumsstörungen an den Wirbelkörpern, führen zu einer Verformung der einzelnen Wirbelkörper und dies zu einem Rundrücken schon im Kindesalter, vor allem bei Jungen.

Morbus Bechterew: Entzündung der Wirbelsäule und der großen Gelenke, was zu Steife und Kreuzschmerzen führt.

Übertragungsschmerz: Andere Körperregionen, wie Nieren, Harnblase, Gebärmutter, Prostata schmerzen, leiten dies aber vor allem an den Kreuzbeinbereich weiter.

Wirbelgelenksarthrose: Die kleinen Gelenke der Wirbelkörper sind verschlissen, dadurch schmerzen alle Bewegungen mit dem Rücken.

Osteoporose: Abnahme der Knochendichte, so dass die Knochen leichter brechen, dies führt zu Quetschungen der Nerven in der Wirbelsäule.

Torticollis: Nackensteife oder Schiefhals. Eine einseitig verkrampfte Halsmuskulatur verhindert, dass der Kopf frei aufgerichtet und bewegt werden kann. Hilfe: Schmerzmittel und Wärmeanwendungen.

Skoliose: Ungewöhnliche seitliche Verbiegung der Wirbelsäule (kein Buckel).


So stärken Sie Ihren Rücken

Bewegungsmangel, Übergewicht und Nikotingenuss schwächen das Gewebe, die Durchblutung und damit auch unseren Rücken. Mit diesen fünf Übungen stärken Sie den Rücken in fünf Minuten pro Tag (nach Juraj Gubi):

1. Legen Sie sich auf den Bauch, strecken Sie die Arme nach vorne und halten dabei eine kleine Hantel oder Flasche. Die Pomuskeln zusammenkneifen. 10 Minuten ausharren.
2. Setzen Sie sich aufrecht auf einen Stuhl, spannen Sie Bauch-, Rücken- und Halsmuskeln an und bewegen Sie die Arme schnell nach vorne und zurück.
3. Gehen Sie auf alle viere und machen Sie einen Katzenbuckel, dann strecken Sie den Rücken wieder.
4. Legen Sie sich auf den Rücken, schieben Sie mit gestreckten Beinen jeweils eine Ferse etwas weiter weg als die andere.
5. Gehen Sie in den Vierfüßlerstand (auf Ellbogen und Knie), heben Sie je ein Knie etwa 5 Zentimeter vom Boden ab. Die Füße bleiben auf dem Boden.

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