Kreuzallergie

Unser Immunabwehrsystem schützt uns vor fremden Stoffen, Antigene genannt, dadurch, dass es Immunglobuline, Antikörper bildet. Sie werden von einer Klasse weißer Blutzellen, den B-Lymphozyten, produziert. Antigen und Antikörper binden ihr sog. Epitop, das ist ein Motiv, analog dem Schlüssel-Schloss-Prinzip. Es passiert jedoch nicht selten, dass, bildlich gesprochen, ein zweiter oder dritter Schlüssel existiert, der in das Antikörperschloss passt, aufgrund einer ähnlichen Zusammensetzung des Epitops.
Bei Allergikern werden Antikörper gebildet als Reaktion auf z. B. Pollen. Diese Antikörper werden in Gruppen eingeteilt und heißen bei Allergien Immunglobuline E, abgekürzt IgE. Diese IgE Antikörper erkennen bestimmte Epitope auf den Antigenen, die bei der Allergieentstehung dann Allergene heißen, einer Allergenquelle, z. B. Pollen. Kommt in einer anderen Substanz, z. B. einem Apfel, ein Molekül vor, das ähnliche Epitope aufweist, so kann es sein, dass die IgE Antikörper auch an diese ähnlichen Epitope binden können, es existiert also ein zusätzlicher Schlüssel und ebenfalls eine allergische Reaktion auslösen. Ein Beispiel: Jemand reagiert allergisch auf Birkenpollen. Die gebildeten IgE-Antikörper, die gegen das Hauptallergen im Birkenpollen gerichtet sind, finden beim Biss in einen Apfel ein ähnliches Allergen im Apfel, sodass der Birkenpollenallergiker seine typischen allergischen Beschwerden bekommt. Die überschießende Immunantwort hat sich jetzt aber nicht gegen ein Apfel-Antigen gerichtet, sondern gegen das „gefundene“ Hauptallergen der Birkenpollen. Hätte der Betroffene keine Allergie gegen Birkenpollen, dann würde ihm der Biss in den Apfel keine Beschwerden machen. Das nennt man dann Kreuzallergie.

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