Herzinfarkt

Gibt es Neues bei der Behandlung des Herzinfarktes?

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11.07.2003

Mit körpereigenen Knochenmarkstammzellen könnte die Therapie des Herzinfarkts revolutioniert werden! Aufsehen erregend sind erste Behandlungsversuche, bei denen Patienten mit Herzinfarkt körpereigene Stammzellen gespritzt wurden. Die Stammzellen sollen die Region des Herzmuskels, der durch den Infarkt nicht mehr mit Blut versorgt wird, verkleinern und neue Gefäß in das geschädigte Gewebe einwachsen lassen. In Tierversuchen ist das bereits gelungen. Das Verfahren soll jetzt in mehreren klinischen Studien weltweit am Menschen erprobt werden.

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Herzinfarkt

Im Ernstfall zählt jede Minute

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07.03.2007

Ein Herzinfarkt kommt – vermeintlich – wie aus heiterem Himmel. Kalter Schweiß, Schmerzen in der Brust, Todesangst. Er trifft einen mitten im Leben, und man ist völlig unvorbereitet. So zumindest wird es immer noch in Büchern und Filmen geschildert.

Nach neuen medizinischen Erkenntnissen ist das aber ein Ammenmärchen. Erstens sind die Symptome oftmals ganz anders, vor allem auch bei Frauen und zweitens zeigen sich in den letzten sechs Monaten vor einem Infarkt entscheidende Anzeichen. Würde man diese erkennen und richtig reagieren, könnte dies vielen Menschen das Leben retten.

Vom Herzinfarkt spricht man, wenn – einfach ausgedrückt – ein Herzkranzgefäß verstopft, so dass das Blut nicht mehr ungehindert fließen kann und die Blutzufuhr zu bestimmten Zellen abgeschnitten wird. In der Folge kommt es im Herzmuskel zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen. Zur Verstopfung kommt es, wenn sich in einem durch „Verkalkung“ verengten Herzkranzgefäß ein durch Blutgerinnung entstandener Blutpfropf bildet. Bei dieser Blutgerinnung verklumpen die Blutplättchen (Thrombozyten,) was ein völlig normaler und auch lebensnotwendiger Vorgang im Körper ist, wenn es um die Wundheilung geht. Beim Herzinfarkt und übrigens auch Schlaganfall will man aber gerade diese Verklumpung verhindern. Die Ursache für die „Verkalkung“ sind hohe Blutfette, Bluthochdruck, Zigarettenrauch und Bewegungsmangel.

Herzgefäße werden aber nicht von heute auf morgen geschädigt, sondern brauchen dazu Jahrzehnte. Die meiste Zeit davon vergeht ohne Krankheitsanzeichen, weswegen herzinfarktgefährdete Patienten von dem drohenden Unheil oft nichts wissen. Seit kurzem aber kennt man folgende Frühwarnzeichen:

Atemnot: Wer plötzlich unerklärlich kurzatmig wird, sollte dies dringend von seinem Arzt untersuchen lassen. Patienten mit Atemnot haben ein vierfach erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen.
>br>Anhaltende Erschöpfung und bleierne Müdigkeit: Dies kann sowohl auf einen drohenden Infarkt hindeuten, als auch auf einen bereits durchlebten Herzinfarkt.

Schlafstörungen, psychischer Stress und Depressionen: Weil man in den Monaten vor einem Herzinfarkt weniger leistungsfähig ist als vorher, fühlt man sich stärker gestresst und deprimiert.

Feindselige Lebenseinstellung und Burnout: Dies vergrößert das Risiko für einen Herzinfarkt genauso wie Zigarettenrauchen.

Brustschmerzen: Dies ist die höchste Alarmstufe. Der Brustschmerz ist diffus, man kann nicht genau angeben, wo er sich befindet. Oft strahlt er in Schultern und Arme aus und wird von Übelkeit, Erbrechen und Schweißausbrüchen begleitet.

Aber egal wie die Anzeichen aussehen, im Herzen passiert immer das Gleiche. Der Herzmuskel wird mangelhaft bis gar nicht mehr durchblutet, damit fehlt den Muskelzellen der lebenswichtige Sauerstoff und sie sterben ab. Je länger ein Infarkt andauert, ohne dass er behandelt wird, desto mehr Herzmuskelgewebe geht unwiderruflich verloren! Deshalb ist es ganz wichtig, dass Sie sofort die Notrufnummer 110 wählen, wenn Sie einen starken Brustschmerz spüren.

Im Krankenhaus versuchen die Ärzte, die Durchblutung des Herzens wiederherzustellen. Wenn sie feststellen, dass sich in den verengten Herzkranzgefäßen ein Blutpfropf gebildet hat, der das Gefäß verschließt, wird das Blutgerinnsel medikamentös aufgelöst. Oft entscheiden sich die Ärzte auch für eine Gefäßerweiterung. Dazu dringen sie mit einer dünnen Hohlnadel über die Blutgefäße bis zu der verschlossenen Stelle vor, dehnen das Gefäß auf und legen eine Gefäßstütze (Stent). Weil jeder zweite Patient, der einen Herzinfarkt überlebt, danach eine dauernde Herzmuskelschwäche bekommt, gibt es auch hier etwas Neues: Es kann – bei örtlicher Betäubung – ein Schrittmachersystem eingepflanzt werden, das automatisch anspringt, wenn die Herzschläge unnormal werden.

Um einem ersten oder zweiten Infarkt vorzubeugen, sollten Sie folgende Tipps beherzigen:
– Hören Sie sofort mit dem Rauchen auf.
– Bauen Sie ein eventuelles Übergewicht ab.
– Essen Sie geregelt und nicht zu fettreich, um die Blutfettwerte in den Griff zu bekommen.
– Machen Sie täglich einen mindestens halbstündigen recht strammen Spaziergang, dies wirkt sich ebenfalls günstig auf die Blutfette aus und außerdem auf den Blutdruck.
– Als Diabetiker ist es wichtig, dass Sie ganz genau auf Ihre Blutzuckerwerte achten.

In der Regel wird Ihnen der Arzt einen Wirkstoff verschreiben, die Acetylsalicylsäure, besser bekannt als der Aspirinwirkstoff. Die Wirkung beruht auf einer weitgehenden Verhinderung der Verklumpung der Blutplättchen. Da von diesen Blutplättchen (Thrombozyten) ständig neue nachgebildet werden, muss auch die Acetylsalicylsäure in einer niedrigen Dosierung von 100 Milligramm regelmäßig und meistens lebenslang genommen werden. Da der Magen von einigen Menschen empfindlich auf den Wirkstoff reagiert, sollte man bei der Einnahme auf eine spezielle Ummantelung achten, der die Magensäure nichts anhaben kann und sich die Tablette dann erst im Dünndarm auflöst.

Was bei Frauen anders ist:

Bei einem Herzinfarkt zählt jede Sekunde, denn nur der Arzt kann dafür sorgen, dass nicht noch mehr Herzgewebe untergeht. Bei Frauen allerdings vergehen oft Tage, bis sie nach einem Herzinfarkt im Krankenhaus landen und dort richtig therapiert werden. Bei ihnen verlaufen nämlich viele Infarkte stumm, also unbemerkt. Die Frauen merken zwar, dass etwas nicht stimmt. Aber die Anzeichen deuten nicht unbedingt auf das Herz hin. Die Frauen haben Atemnot, kommen kaum mehr die Treppe hoch oder bis zum Bäcker um die Ecke, aber sie denken vielleicht an Lungenprobleme. Sie fühlen sich müde und schlapp und führen dies vielleicht auf eine beginnende Erkältung zurück. So vergeht oft wertvolle Zeit, bis die Frauen nach einem Herzinfarkt den Weg zum Arzt antreten. Aber trotzdem ist der Herzinfarkt bei Frauen genauso gefährlich wie bei Männern. Er hat die gleichen Auswirkungen auf das Herz und muss ebenso schnell in die Obhut eines Arztes. Achten Sie deshalb auf vor allem auf folgende Zeichen, damit Sie keine Zeit verlieren: Plötzliche Luftnot bei körperlicher Belastung, große Müdigkeit, sowie Schwindel. Auch bei starker Übelkeit und Erbrechen müssen Sie sofort den Notarzt rufen. Wichtig: Sagen Sie, dass Sie befürchten, einen Herzinfarkt zu haben. Denn auch Ärzte können die Situation falsch einschätzen.


Wichtige Adressen:

Der Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. (AKF), Sigmaringer Str. 1, 10713 Berlin-Wilmersdorf, Tel: 030 / 863 933 16, Fax: 030 / 863 934 73, E-Mail: buero@akf-info.de, http://www.akf-info.de/conpresso/1_0_start/index.php

Unter „Publikationen“ und dann „Flyer“ gibt es eine Broschüre zum Herzinfarkt bei Frauen, kostenlos zum Herunterladen.

Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e.V., Waldklausenweg 20, 81377 München, Tel: 089 / 719 10 01, Fax: 089 / 714 26 87, Sprechzeiten: Mo-Do 8-17, Fr 8-15.30 Uhr, E-Mail: info@lipid-liga.de, http://www.lipid-liga.de/cms/. Kostenlose Infos und Selbsthilfegruppenangebote, z. B. um gemeinsam gesünder zu essen.

Buch: Hans-Jürgen Trappe: Herzkrank, Koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt und Herzschwäche, (Herausgeber Dr. Gerhardt), Verlag Trias, 12,95 Euro.

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