Fingernägel

brüchige Fingernägel

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28.12.2004

Viele Menschen machen den Fehler, sich die Nägel nach dem Baden oder Duschen zu feilen. Der Nagel ist dann aufgeweicht und bricht leichter durch das Bearbeiten mit der Feile. Brüchigen Nägeln hilft meist das Bad in einem Nagelpflege-Öl. Wenn Sie Ihre Hände eincremen, gönnen Sie auch Ihren Nägeln etwas von der Lotion. Gegebenenfalls könnte es helfen, zusätzlich Biotin oder Kieselerde einzunehmen. Auch eine tägliche Portion Gelatine (z.B. Gummibärchen oder Trinkgelatine) kann zu schönen Nägeln verhelfen. Die Verfärbungen können durch Medikamente, Nagellack oder durch den Umgang mit Chemikalien hervorgerufen worden sein. Reiben Sie die Nägel doch einmal mit dem Zitronensaft einer halben Zitrone ein und glätten Sie sie anschließend mit einer Polierfeile. Das müsste helfen.

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Fingernägel

Verblüffend, was sie über unsere Gesundheit verraten

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15.05.2006

Schöne, gesunde Fingernägel sind das unverzichtbare Glanzlicht auf gepflegten Händen. Und das scheint schon immer so gewesen zu sein, zumindest bei denjenigen, die es sich leisten konnten. Wie Mumienfunde in Ägypten beweisen, wurde schon vor über 3000 Jahren pulverisiertes Henna zum Gelbrotfärben der Finger- und Zehnägel verwendet. Es ist sehr wahrscheinlich, dass man sich damit äußerlich von denen abheben wollte, die hart zupacken mussten. Denn eigentlich sind die Finger- und Fußnägel natürlich keine Schönheitsmerkmale, sondern unverzichtbare Kampf- und Beuteinstrumente. Sie entsprechen den Klauen und Krallen der Säugetiere. Denken Sie an eine Katze, wie sie ihre Krallen ausfahren und sich damit wehren kann. Das mittelhochdeutsche Wort „Nagel“ bezeichnete demnach auch immer gleichermaßen sowohl den Nagel an Fingern und Zehen, als auch die Kralle und Klaue. Und in einer gewissen Hinsicht sind Fingernägel heute noch immer Beuteinstrumente. Oder warum sonst malen sich Frauen jeden Alters die Fingernägel rot an, wenn sie ausgehen und sich eine Beute, sprich einen Mann suchen?

Darüber hinaus bieten die Nägel den Fingerkuppen und Zehen einen gewissen Schutz vor Verletzungen. Sie ermöglichen das Kratzen und Zupfen. Außerdem erleichtern sie das Greifen und den Umgang mit kleinen Gegenständen. Denn sie dienen als Widerlager für die Fingerbeeren. Gäbe es sie nicht, könnte kein Gegendruck erzeugt werden und das Greifen und Halten wäre nur sehr schwer möglich. Auch die Tastfähigkeit wäre stark reduziert, denn die Nägel bieten ein Kontrollmaß dafür, wie fest man etwas mit den Fingerspitzen anfasst. Wer einmal einen Nagel gezogen bekam, weiß, dass das Tasten und Greifen dann weicher und ungenauer verläuft. Für die Fußnägel gilt im Prinzip das Gleiche, nur hat sich bei uns die Funktion der Füße und Zehen weitgehend auf das Laufen reduziert.

Möglich ist das Erzeugen eines Gegendrucks, weil die Nägel eine harte Struktur besitzen und – zumindest im unteren Bereich – fest mit dem Finger verbunden sind. Im Grunde handelt es sich um eine Umbildung von abgestorbenen Hornzellen, die Keratin enthalten, das gleiche Eiweiß, das sich auch in der Oberhaut findet. Die Hornzellen sind in 100 bis 150 unregelmäßig übereinander geschichteten Lagen angeordnet und bilden auf diese Weise eine Hornplatte von ungefähr einem halben Millimeter Dicke.
Das Wachstum geht von der Nagelwurzel (Nagelmatrix) aus. Dieser Bereich ist teilweise sichtbar, es ist der weiße, wie ein Halbmond geformte untere Bereich des Nagels (Lunula, kommt von Luna = Mond). Ein kleinerer Bereich der Nagelwurzel ist unsichtbar, denn er liegt unter dem Nagelwall verborgen. Die Nagelwurzel produziert dabei unentwegt neue Hornzellen und schiebt dabei die älteren vorwärts. Dabei gleitet der Nagel auf dem Nagelbett unaufhaltsam vorwärts. Am Anfang ist der Nagel dabei noch weich und mit dem Nagelbett fest verbunden. Je mehr sich der Nagel vom Nagelbett löst, desto fester und härter wird er. Die Wandergeschwindigkeit beträgt etwa einen Millimeter pro Woche. Deshalb dauert es ein halbes bis ein Jahr, bis ein operativ entfernter Nagel wieder nachgewachsen ist.

Das Schneiden der Fingernägel beschleunigt übrigens nicht ihr Wachstum. Denn die Hornzellen sind abgestorbenes gefühlloses Gewebe, das keine Signale zur Produktionsstätte des Nagels, der Nagelwurzel weiterliefern kann. Trotzdem haben wir Einfluss auf die Wachstumsgeschwindigkeit und auch auf die Stabilität der Nägel. Hat nämlich die Nagelwurzel ausreichend viel Mineralstoffe und Sauerstoff zur Verfügung, werden die Nägel stark und schön. Hat sie das nicht, zeichnen sich in den Nägeln unschöne Mangelerscheinungen ab. Weil der Nagel nur langsam wächst und lange erhalten bleibt, sind solche Mangelversorgungen bis zu einem Jahr sichtbar. Und da nicht nur die Nagelwurzel, sondern meist der ganze Körper betroffen ist, kann eine sorgfältige Nagelanalyse hervorragend Auskunft über den Gesundheitszustand des vergangenen Jahres liefern. Das ist vergleichbar mit den Baumringen, die ebenfalls Auskunft über gute und schlechte Jahre geben.

So können weiche und splitternde Nägel Anzeichen für einen Mangel an Biotin (Vitamin H) sein. Biotin ist wichtig für die Bildung der Hornsubstanz Keratin. Auch ein Mangel an Eisen, Kalzium und an B-Vitaminen können dafür verantworltich sein. Weiche, aber auch blätternde Nägel oder verdickte Hornplatten kann auch auf eine Störung der Schilddrüsenfunktion deuten.
Sind die Nägel auffallend groß und rundlich gewölbt (med. Uhrglasnägel), geht dies meist mit einem Sauerstoffmangel im Blut einher, wie Herzfehler, Mukoviszidose oder Beschwerden an Bronchien und Lungen. Muldenförmige Eindellungen im Nagel (Löffelnägel) sind Anzeichen für chronischen Eisen- und Vitaminmangel, sowie für Aufnahmestörungen und Durchblutungsstörungen der Finger. Auch feuchte Wärme, z. B. das ständige Tragen von Gummihandschuhen, sowie der Einfluss von Chemikalien führen zu einer solchen Verformung.


Nägelkauen

Nägelkauen (Onychophagie) wird als Verhaltensstörung angesehen, bei der die Fingernägel mehr oder weniger stark abgeknabbert werden. Meist passiert dies unbewusst in Stresssituationen. Erst hinterher wird einem die Schädigung schmerzhaft bewusst. Dabei kann entweder nur der überstehende Teil des Nagels verschwunden sein, oder die seitliche Nagelfalz verletzt werden oder der Nagel wird so tief abgekaut, bis das Nagelbett sichtbar wird. Dieses Phänomen zeigt sich in allen Schichten der Bevölkerung. Der Ursprung dieser „Angewohnheit“ liegt in der Kindheit, vermutlich in einer Überlastung des Nervensystems. Belastende Momente können Streits oder Alkoholismus der Eltern sein, ungerechte Bestrafung, Angst oder psychische Traumata. Durch das Nägelkauen wird versucht, eine Art Trancezustand herbeizuführen, ähnlich wie Meditation, um die Nervenanspannung – Stress – abzubauen.
Sich das Nägelkauen abzugewöhnen, ist sehr schwer. Kindern kann man anbieten, bei Stress besser einen Kaugummi zu kauen oder einen Bleistift zu drehen. Für Erwachsene gibBoldt es auch einen übel schmeckenden Nagellack, Handschuhe oder künstliche Fingernägel. Schlimmere Fälle von Nägelkauen gelten als neurotisches Symptom und brauchen evtl. eine psychotherapeutische Hilfe.


Krankheiten:

Eingewachsener Zehennagel: Die Ränder des Nagels wachsen in die umgebende Haut ein. Enge, schlecht sitzende Schuhe und rund statt gerade geschnittene Fußnägel können dies begünstigen oder verschlimmern.

Nagelbettentzündung: Hier infizieren und entzünden sich der Nagel und das Nagelbett. Häufigste Ursache sind eine Verletzung oder schlecht sitzende Schuhe, aber auch Mineralstoffmangel und Durchblutungsstörungen.

Nagelverdickung: Zehennägel werden im Alter dicker, das kann sich durch Verletzungen und Krankheiten wie Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes oder Pilzbefall verstärken.

Nagelpilz: Befall des Nagels von einem oder verschiedenen Pilzarten. Begünstigende Faktoren sind Wärme und Feuchtigkeit, Verletzungen, anhaltender Druck (z. B. durch die Schuhe), aber auch Krankheiten oder Immunschwäche. Ein Nagelpilz entwickelt sich meist unbemerkt, da er keine Schmerzen verursacht. Behandelt wird er mit pilzhemmenden Tabletten und/oder mit äußerlich wirkenden Präparaten, die auf den Nagel aufgetragen werden.

Nagelpsoriasis: Bei der Schuppenflechte sind oft auch die Nägel in Mitleidenschaft gezogen, durch Längs- und Querrillen, Flecken, Verhornungen und Verformungen.

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