Brust

Warum dieses Organ viel Beachtung braucht

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18.01.2006

Heiß begehrt in der Männerwelt und schön zurechtgerückt von den Damen – das sind die weiblichen Brüste. Sie sind ein Schönheitsmerkmal und werden daher durch Büstenhalter geschmückt und in Form gehalten. Sie sind außerdem für sinnliche Reize empfänglich.

Deswegen zählen sie auch zu den sekundären Geschlechtsmerkmalen, sie dienen nicht direkt der Fortpflanzung, spielen aber doch für den Sex eine Rolle.
Über all den Reizen und Gefühlen vergessen wir leicht die ursprüngliche Bestimmung der Brust, nämlich dem Baby Milch zu spenden. In der Sprache wird diese Funktion allerdings gewürdigt: Aus dem vom Baby gelallten Wort „Mama“ für Mutter entstand das medizinische Fachwort „Mamma“ für Mutterbrust. Umgangssprachlich werden die Brüste auch Busen genannt. Dies ist aber eigentlich nur die Einwölbung zwischen den beiden hervorstehenden Brüsten.

Die Brüste liegen auf dem großen Brustmuskel. Sie selbst enthalten keine Muskeln, weswegen eine Frau durch das Trainieren ihres Brustmuskels ihre Brüste auch nicht straffen kann. Eine Brust ist aufgebaut aus etwa 15 Einzeldrüsen, aus Fett- und Bindegewebe, sowie aus Blut- und Lymphgefäßen.

Die Brustdrüsen sind dazu da, nach der Niederkunft Milch zu spenden. Eine jede Brustdrüse besteht aus zahlreichen Milchbläschen (medizinisch Alveolen). Hier bildet sich die Milch. Sie wird durch kleinere Kanäle in den Milchausführungsgang weitergeleitet. Jeder Milchausführungsgang mündet in einem länglichen Milchsäckchen, wo sich die Milch sammelt. Die Ausgänge der Milchsäckchen können Sie sehen, wenn Sie Ihre Brustwarzen untersuchen. Hinter jeder der zerklüfteten Stellen befindet sich ein Milchsäckchen. Um die Brustdrüsen herum liegen eine Art Mini-Muskelzellen (Myoepithelzellen), sie können sich unter dem Einfluss des Hormons Oxytozin zusammenziehen, dadurch wird die Milchweiterleitung von selbst in Gang gesetzt, ohne dass das Baby saugen muss. Das Bilden der Milch wird veranlasst durch das Hormon Prolaktin. Oxytozin und Prolaktin sind übrigens auch für die Gefühle während und nach dem Orgasmus verantwortlich. Vielleicht empfinden Frauen aus dem Grund das Stillen meist als etwas sehr Angenehmes und Inniges.

Der Anteil an Drüsengewebe ist bei jeder Frau etwa gleich groß. Deswegen kann jede Frau normalerweise genügend Milch für ihr Baby produzieren. Während der Schwangerschaft schwellen die Brustdrüsen an, die Brust vergrößert sich dabei meist um eine Körbchengröße. Auch im Verlauf eines Monatszyklus werden die Brüste größer. Kurz vor dem Einsetzen der Blutung ist das Drüsengewebe meist so stark angeschwollen, dass es schmerzhaft sein kann. Dieser Vorgang ist abhängig von den Hormonen Östrogen und Progesteron. Weil die Brust stark auf diese beiden Hormone reagiert, wird die Hormonersatztherapie nach den Wechseljahren auch verdächtigt, zu unkontrolliertem Wachstum von Brustgewebe zu führen, nämlich zu Brustkrebs. Deswegen sollten Sie Ihre Brüste regelmäßig selbst abtasten, am besten während oder kurz nach einer Regelblutung, wenn das Drüsengewebe wieder abgeschwollen ist. Der Erfolg einer regelmäßigen Selbstuntersuchung ist enorm: Nur 15 Prozent aller bösartigen Krebsgeschwulste werden nämlich in Arztpraxen gefunden, in den restlichen 85 % haben die Frauen zuvor selbst den Krebs ertastet. Lassen Sie sich von Ihrem Gynäkologen zeigen, wie es geht, und tasten Sie dann am besten jeden Monat Ihre Brust ab.

Die Brust wird durchzogen von Blutgefäßen und Lymphbahnen. Bei einem Brustkrebs sind aus diesem Grund die nächstliegenden Lymphknoten – sie liegen in der Achselhöhle – als erstes von einer Tochtergeschwulst befallen und müssen oft mit entfernt werden.

Alle beschriebenen Gebilde der Brust sind eingebettet in Bindegewebe und Fettgewebe. Und hier sind wir endlich bei dem Grund, weswegen Männer der Brust so viel Beachtung schenken. Denn das Fett- und Bindegewebe – und nur das – macht die schönen Rundungen und die unterschiedliche Form und Körbchengrößen aus!

Die Entwicklung der Brust beginnt mit dem Einsetzen der Pubertät. Sie ist meist das erste äußere Zeichen dafür, dass die Eierstöcke anfangen, Geschlechtshormone zu bilden. Ab etwa dem 40. Lebensjahr, wenn langsam weniger Geschlechtshormone gebildet werden, wird der Drüsenkörper zunehmend durch Binde- und Fettgewebe ersetzt. Damit verliert die Brust an Volumen und Elastizität. Das muss aber nicht unbedingt sein, so eine neuere Theorie. Demnach kann durch eine Art Saugpumpe, bei der zwischen Unterdruck und leichtem Überdruck gewechselt wird, der Blut- und Lymphkreislauf angeregt werden. Die Schalen dieser Saugpumpe werden auf die Brüste aufgelegt. Dadurch wird auch der Stoffwechsel in den Bindegewebszellen angeregt, sodass die Enzyme mehr straffendes Kollagenzellen und Elastin bilden. Diese Stoffe geben dem Brustgewebe mehr Elastizität und mehr Halt. Behandlungen mit diesen Saugpumpen werden manchmal in Gesundheitszentren angeboten.

Nicht nur etwas für Frauen

Der Brustkrebs ist eine seit Jahren kontinuierlich zunehmende Erkrankung. Er ist der häufigste bösartige Krebs bei Frauen. Aber auch Männer können befallen werden. Der Grund liegt darin, dass sich die Geschwulst nicht in den Fett- und Bindegewebszellen bildet, welche die Größe einer Brust ausmachen, sondern in den Brustdrüsen. Auch Männer haben Brustdrüsen, wenngleich auch kleinere und funktionslose. Trotzdem besitzen sie hier Empfängerstrukturen für die Hormone, die im Verdacht stehen, den Krebs zu bewirken, nämlich die Östrogene.
Für Männer ist die Diagnose Brustkrebs mindestens genauso schlimm wie für Frauen. Denn welcher Mann setzt sich schon gerne mit einer Krankheit auseinander, die vermeintlich typisch weiblich ist?
Die Auslöser sind allerdings typisch männlich: Wenn sich durch einen erhöhten Alkoholkonsum eine Leberzirrhose einstellt, steigt dadurch der Östrogenspiegel deutlich, weil das Hormon schlechter abgebaut wird. Damit wächst die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung. Gefährdet sind auch Kraftsportler, die ihren Muskelaufbau mit Anabolika beschleunigen oder zu anderen Hormonen greifen. Auch Hodenerkrankungen und -verletzungen können zu einem erhöhten Östrogenspiegel führen.


Krankheiten

Brustschmerzen: Bei hormoneller Ursache treten sie während oder kurz vor der Periode auf, oder im Frühstadium einer Schwangerschaft. Ursache ist ein normales Wachstum des Brustgewebes. Andere Ursachen sind Zysten, Entzündungen oder Abszesse, diese Schmerzen sind auf einen bestimmten Ort begrenzt und gehen nicht weg.

Knoten: Sind meist gutartige flüssigkeitsgefüllte Hohlräume und harmloses Bindegewebe. Sie können auch Anzeichen einer bösartigen Krebsgeschwulst sein, deshalb vom Gynäkologen klären lassen.

Ausfluss aus Brustwarze: Am Ende der Schwangerschaft, in der Stillzeit und bei intensivem Streicheln normal. Ständiger Ausfluss, sowie blutiger oder grün gefärbter deutet auf Brustkrebs hin!

Galaktorrhö: Milchabsonderung von Frau oder Mann, ohne dass ein Kind gestillt wird. Ursachen: Eine erhöhte Bildung des Hormons Prolaktin, dies wird bewirkt durch eine Krebsgeschwulst in der Hirnanhangdrüse, Medikamente, Übermaß an Lakritze, Schilddrüsenunterfunktion, Bruststimulation.

Brustkrebs: Bösartiges Zellwachstum, das entweder in den Milchgängen oder in den Milchdrüsen beginnt und sich dann schnell ausbreitet.

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