Apomorphin II

Effektivität und Sicherheit von Apomorphin bei comorbiden Patienten

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11.07.2003

Rom (2001). Jeder Mann in jedem Alter kann von einer erektilen Dysfunktion betroffen sein. Allerdings nimmt die Prävalenz mit dem älterwerden zu. Durch bestimmte chronische Krankheiten ist das Risiko einer ED weiterhin vergrößert. Vor allem folgende Krankheiten (oder ihre Medikation) wirken sich erektionshemmend aus: Bluthochdruck, Diabetes, benigne Prostatahyperplasie (BPH) und coronare Herzkrankheit. Der Nachteil von Sildenafil, besser bekannt unter dem Handelsnamen Viagra©, besteht darin, dass gerade die KHK-Patienten, für die eine Erektionshilfe wünschenswert wäre, den Wirkstoff nicht gebrauchen dürfen. Apomorphin jedoch, das zentral im Hypothalamus und nicht direkt an den Arterien ansetzt, ist für diese Krankheiten nicht kontraindiziert und wirkt trotzdem. Dies geht aus einer Studie von Eugene Dula MD et al, West Coast Clinical Research, van Nuys, Kalifornien hervor (Eur Urol 2001).
Insgesamt waren in die Studie (randomisiert, doppelblind, crossover) 296 hererosexuelle Männer eingeschlossen, die entweder eine milde, eine moderate oder eine sehr schwere Erektionsstörung hatten. In einem Studienarm wurde an 79 gesunden und 115 teils mehrfach comorbiden Patienten entweder 3 mg Apomorphin oder Plazebo gegeben. Im zweiten Studienarm wurde 46 gesunden Patienten und 56 teils mehrfach comorbiden Patienten entweder 3 mg oder mit 4 mg Apomorphin verabreicht. Um den Erfolg zu messen, wurde die Anzahl der geglückten Versuche, mit der Partnerin zu schlafen (Baseline), verglichen mit dem Erfolg nach einer Plazebopille bzw. nach 3 mg Apomorphin. Im zweiten Studienarm wurde die Baseline mit dem Erfolg nach 3 mg und nach 4 mg Apomorphin verglichen. Anschließend wurden beide Erhebungen noch gesondert nach dem Erfolg bei den Patienten mit KHK, BPH, Bluthochdruck und Diabetes aufgeschlüsselt.
Die Ergebnisse sind signifikant. Laut Patiententagebuch lag die „natürliche“ Erfolgsrate aller Probanden zusammengenommen bei 21,9 Prozent der Versuche, unter Plazebo steigerte sich die Rate auf 32,3 Prozent und unter 3 mg Apomorphin auf 46,9 Prozent. Der zweite Studienarm ergab, dass sich die Erfolgrate nicht signifant erhöhte, wenn 4 mg statt 3 mg Apomorphin gegeben wurde. Diese Aussage ist deswegen wichtig, weil sich unter 4 mg die Anzahl der möglichen Nebenwirkungen, vor allem das übelkeitsgefühl, verstärken kann. Somit beginnt eine optimale Therapie mit 2 mg Apomorphin, und wird nach zweimaligem Misserfolg auf 3 mg erhöht.
In Bezug auf die Wirksamkeit bei comorbiden Patienten sind die Ergebnisse ebenfalls signifikant. Die natürliche Erfolgsrate schwankt zwischen 13 und 22 Prozent, der Erfolg bei 3 mg Apomorphin beträgt je nach Krankheit 39 bis 50 Prozent, bei einer Plazeborate von 29 bis 34 Prozent.
Schließlich wurde noch der Effekt von lang wirkenden Nitraten (z.B. Isosorbid Mononitrat) geprüft. Unter 5 mg Apomorphin HCI, eine Dosis, die nicht empfohlen wird, kann es in Verbindung mit einem Nitrat zu einem maximalen Abfall des systolischen Blutdrucks beim stehenden Patienten von 19 mmHg kommen. Unter Plazebo betrug der maximale Abfall 11 mmHg.
„Damit ist Apomorphin sehr gut für comorbide Patienten mit Erektionsstörungen geeignet, denn der Wirksamkeit stehen insgesamt sehr wenige Nebenwirkungen gegenüber“, fasste Professor Jeremy Heaton, klinischer Urologe am Kingston General Hospital and Queens Universitäty, Kingston, Kanada die Studie auf einem Pressegespräch auf dem 4. Biennial Congress of the European Society for Sexual and Impotence Research zusammen.

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