Alter ist der Hauptrisikofaktor (Nachtvorlesung zum Thema Demenz am 20.11.13)

Autor: Thomas Ehlke, Allgemeine Zeitung Alzey

Veranstaltung von Gesundheitsnetz und Allgemeiner Zeitung widmet sich Thema „Demenz“

Die nächste „Nachtvorlesung“ von Gesundheitsnetz Alzey und Umgebung und Allgemeiner Zeitung Alzey widmet sich dem Thema „Demenz“. Die informative Veranstaltung findet am Mittwoch, 20. November, um 19 Uhr im Tagungszentrum der Rheinhessen-Fachklinik statt. Unter der bewährten Moderation von Dr. Günter Gerhardt referieren RFK-Oberärztin Dr. Ulrike Kappel, Ergotherapeutin Carmen Woike und Prof. Dr. Andreas Fellgiebel (Universitätsmedizin Mainz).

Fellgiebel ist an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie als leitender Oberarzt beschäftigt und beleuchtet bei der Nachtvorlesung die Demenz-Diagnostik. Er leitet den klinischen Bereich Gedächtnisambulanz und Gerontopsychiatrie, zudem den wissenschaftlichen Schwerpunkt der Klinik „Normale und Pathologische Neurodegeneration, Demenz“.

„Frühe Diagnostik“

Sein Vortrag möchte interessierten Laien sowie allen professionell oder ehrenamtlich in der Demenzversorgung Tätigen näherbringen, was man heute unter „früher Diagnostik“ versteht und warum diese wichtig sein kann. „Rund 20 Prozent der über 80-Jährigen entwickeln eine Demenz. Trotzdem gehört die Demenz nicht zum normalen Alterungsprozess des Gehirns, sondern stellt eine Erkrankung dar, für die das Alter der Hauptrisikofaktor ist“, verdeutlicht der Mainzer Mediziner. „Wir können einer Demenz vorbeugen, sie diagnostizieren und behandeln.“

Dr. Ulrike Kappel ist Oberärztin der Geronto-Psychiatrie an der Rheinhessen-Fachklinik. Sie referiert zum Thema „Demenz-Therapie“. Ihr Vortrag möchte einen Überblick geben über derzeit etablierte Therapiemöglichkeiten der häufigsten Demenzformen und individueller, an Symptomen orientierten Behandlungsmöglichkeiten zum Beispiel von depressiven Verstimmungen, Ängsten und Verhaltensauffälligkeiten.

Nutzen-Risiko-Abwägung

Die Therapie der Demenzerkrankungen stelle eine große Herausforderung dar und umfasse medikamentöse Behandlungen als auch psychosoziale Maßnahmen für die Betroffenen und Angehörigen im Rahmen eines Gesamtbehandlungsplanes, sagt sie. „Da es sehr unterschiedliche Problem- und Symptomkonstellationen gibt, sollten individuelle therapeutische Maßnahmen zur Anwendung kommen“, stellt Kappel fest. Bei den Therapieentscheidungen seien Wirksamkeit und Nutzen-Risiko-Abwägungen relevant.

Carmen Woike, Leitende Ergotherapeutin (Verein für Integration und Teilhabe am Leben e.V., Praxis für Ergotherapie) stellt die Ergebnisse der Studie „Wirksamkeit von Ergotherapie bei mittlerer bis schwerer Demenz“ vor und präsentiert effektive Methoden, kognitive und sensorische Stimulation und Funktions- und Fertigkeitstraining sowie einige Übungen zur Erhaltung von Aufmerksamkeit, Koordination und Lebenslust mit den Zuschauern.

Siehe auch Originallink der Allgemeinen Zeitung: http://www.allgemeine-zeitung.de/region/alzey/alzey/13618740.htm

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